Hintergrund

Plastik in der Umwelt ist ein globales Problem und die Indizien dafür sind offensichtlich: Müllvorkommen in den Ozeanen bis in entlegene Gegenden wie die Arktis, Funde von Plastikpartikeln in den Mägen untersuchter Fische und Seevögel und Nachweise von Kunststoffteilen jeder Größe und Form an fast allen Stränden weltweit.

Trotz zahlreicher Aktivitäten und Ansätze ist unser Wissen über das gesamte Ausmaß der Plastik- Verschmutzung noch begrenzt: Es liegen noch wenige gesicherte Erkenntnisse über die Herkunft von Kunststoffen im Meer, deren Verhalten in Meeren, Binnengewässern und Böden sowie über ihre Auswirkungen auf Tiere und Menschen vor.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) nimmt sich dieser Problematik mit dem Forschungsschwerpunkt „Plastik in der Umwelt – Quellen • Senken • Lösungsansätze“ an. Damit unterstützt das BMBF den Übergang zu einer ressourcen- und umweltschonenden Wirtschaftsweise, die im Mittelpunkt der Leitinitiative „Green Economy“ des Rahmenprogramms „Forschung für Nachhaltige Entwicklung“ (FONA³) steht und erweitert die bereits begonnenen Maßnahmen: das im Rahmen von JPI OCEANS international abgestimmte Förderprogramm zu Mikroplastik im Meer, das im Förderschwerpunkt Nachhaltiges Wassermanagement (NaWaM) laufende Verbundprojekt Mikroplastik im Wasserkreislauf (MiWa) sowie die wissenschaftliche Nachwuchsgruppe PlastX in der sozial-ökologischen Forschung.

Der interdisziplinäre Charakter des Forschungsschwerpunktes wird ein besseres Verständnis der Umweltauswirkungen von Plastikmüll von den Flusseinzugsgebieten bis in die Meere hinein ermöglichen. Ziel der Forschungen ist es erstmals das Problem des Plastikmülls in seiner Gesamtheit wissenschaftlich zu erfassen und vorhandene Wissenslücken zu schließen. Außerdem sollen Lösungsansätze zur Reduktion des Eintrags identifiziert und zur Umsetzung gebracht werden. Zu diesem Zweck wird die gesamte Wertschöpfungskette der Kunststoffe von der Herstellung über die Nutzung bis zur Entsorgung betrachtet, um Verbesserungsmöglichkeiten und Handlungsoptionen, insbesondere auch im internationalen Kontext, aufzuzeigen.

Im Zeitraum 2017–2021 werden insgesamt 18 Verbundprojekte und ein wissenschaftliches Begleitvorhaben mit rund 35 Mio. € gefördert. Mehr als 100 Institutionen aus Wissenschaft, Wirtschaft und Praxis sind an diesem aktuell weltweit größten Forschungsschwerpunkt im Bereich der Wirkungen von Plastik auf die Umwelt beteiligt.

Um den Wissensaustausch und die Vernetzung zwischen den Projekten zu fördern sowie die Verwertung und Kommunikation der Forschungsergebnisse zu unterstützen, wurde das Begleitvorhaben PlastikNet eingerichtet. Weiterhin wirken bei der Umsetzung des Forschungsschwerpunktes ein Lenkungskreis und ein Begleitkreis mit.

Der Lenkungskreis dient der Vernetzung zwischen den Forschungsprojekten sowie der Diskussion übergreifender Fragestellungen. Dabei werden Querschnittsthemen definiert, an denen alle interessierten Verbundprojekte im Verlauf des Forschungsschwerpunkts gemeinsam, z.B. in Workshops, arbeiten. Die sechs vorläufigen Querschnittsthemen sind:

Querschnittshemen

Außerdem werden gemeinsame Aktivitäten zur Verwertung und praktischen Umsetzung der Projektergebnisse und zur Öffentlichkeitsarbeit geplant. Der Lenkungskreis setzt sich aus den Koordinator/ innen aller 18 Verbundprojekte zusammen. An den halbjährlich stattfindenden Sitzungen des Lenkungskreises nehmen auch Vertreter/innen des BMBF, des Projektträgers und des Begleitvorhabens teil.

Der Begleitkreis wird unter der Federführung des BMBF organisiert und bezieht wichtige Akteur/ innen aus Bund, Ländern, Kommunen, Wirtschaft, Verbänden und der Zivilgesellschaft ein. Die Aufgabe des Begleitkreises ist es, die Wissenschaftler/innen aus dem Forschungsschwerpunkt mit Praxis, Politik und Gesellschaft zu vernetzen und die Ergebnisse zu verbreiten. Damit dient das Gremium einerseits der Multiplikation, also dem Transfer der Ergebnisse in relevante Institutionen und politische Prozesse, und andererseits der Information der Forschungsprojekte mit Impulsen aus der Praxis.

Phasen der Kreislaufwirtschaft

© Ina Krüger

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