TextileMission

TextileMission

Mikroplastik textilen Ursprungs – Eine ganzheitliche Betrachtung: Optimierte Verfahren und Materialien, Stoffströme und Umweltverhalten
Koordinatorin

Nicole Espey
Bundesverband der Deutschen
Sportartikel-Industrie e.V. / BSI
Adenauerallee 134
53113 Bonn
Tel.: +49 228/926593-0
E-Mail: nicole.espey@bsi-sport.de

Beschreibung

Textilien aus Synthesefasern können bei der Haushaltswäsche Mikropartikel verlieren, die in Flüsse, Seen und Meere gelangen. Diese Umweltbelastung zu reduzieren, ist das Ziel von TextileMission. Die Projektpartner aus der Sportartikelindustrie, der Forschung, der Waschmittel- und der Haushaltsgerätebranche sowie dem Umweltschutz verfolgen einen interdisziplinären Ansatz: Zum einen sollen durch textiltechnische Forschung und die Optimierung von Produktionsprozessen Sport- und Outdoor-Textilien mit einem im Vergleich zu heute deutlich geringeren Mikroplastikausstoß entwickelt werden. Dabei testen die Textilforscher mit den beteiligten Sportbekleidungsherstellern auch biologisch abbaubare Fasern als umweltschonende Alternative. Hierbei wird mit Unterstützung des WWFs darauf geachtet, dass andere Aspekte der Nachhaltigkeit berücksichtigt werden. Zum anderen soll ein Beitrag zur Optimierung der Kläranlagentechnologie geleistet werden. Praxistaugliche Innovationen an dieser Stelle könnten auch den Mikroplastikeintrag aus nicht-textilen Quellen reduzieren helfen. Parallel dazu werden zum besseren Verständnis von Stoffströmen mittels Wasch- und Laborkläranlagentests systematisch Daten zu Ausmaß und Reichweite des Mikropartikelausstoßes unterschiedlicher Textilien erhoben.

Arbeitsschwerpunkte

  • Status-quo-Analyse: Der Mikroplastikausstoß marktgängiger Textilien
  • Kläranlagentechnologie: Die Rückhaltefähigkeit verschiedener Klärstufen
  • Ganzheitlicher Blickwinkel: Nachhaltigkeitsaspekte alternativer Materialien
  • Textilforschung: Biologisch abbaubare Materialien/neuartige Schnitt- und Verarbeitungsmöglichkeiten
  • Produktentwicklung: Herstellung und Test von Prototypen

AP 1 Projektleitung, Kommunikation und projektbegleitende Forschung

Ansprechpartnerin

Nicole Espey, Bundesverband der Deutschen Sportartikel-Industrie e.V., Adenauerallee 134, 53113 Bonn, E-Mail: nicole.espey@bsi-sport.de

Kurzbeschreibung

Der Bundesverband der Deutschen Sportartikel-Industrie e.V. (BSI) wird die Projektkoordination übernehmen sowie die Öffentlichkeitsarbeit in Absprache mit dem WWF verantworten. Hierzu gehört neben der Pflege der Webseite und dem Versand von Pressemitteilungen auch die Organisation von Multi-Stakeholder-Veranstaltungen. Zudem wird der BSI eine Studie über die Verbreitung von Mikropartikeln und den mit der Haushaltswäsche verbundenen polyesterbasierten Mikropartikelausstoß durchführen und Daten zum jährlichen Ausstoß von textilen Polyester-Mikropartikeln erheben. Zudem werden Empfehlungen dazu gegeben, wie neue Materialien, neue Herstellungsverfahren, optimierte Kläranlagentechnik etc. helfen können, den Mikropartikelausstoß nachhaltig zu reduzieren.

AP 2 Entwicklung textiler Strukturen für den Sport- und Outdoor-Bereich mit reduzierter Partikelemission in der Textilwäsche und auf der Basis biologisch abbaubarer Polymere

Ansprechpartnerinnen

Prof. Dr. Maike Rabe, Prof. Dipl.-Des. Ellen Bendt, Hochschule Niederrhein – Fachbereich Textil- und Bekleidungstechnik – Forschungsinstitut für Textil und Bekleidung, Reinarzstraße 49, 47805 Krefeld, E-Mail: maike.rabe@ hs-niederrhein.de

Kurzbeschreibung

Im Sinne einer Status-quo-Analyse wird in Kooperation mit der TU Dresden und dem BSI das Risiko der Mikropartikelemission aus Textilien während der Haushaltwäsche ermittelt. Hierfür werden Standardartikel deutscher Haushalte, Problemartikel aus Fleece sowie „Topseller“ der beteiligten Industriepartner gewaschen und die freigesetzten Mikropartikel quantifiziert. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Entwicklung alternativer Materialien, Schnitt- und Verarbeitungsmöglichkeiten. Hierzu werden emissionsarme Konstruktionen, Verarbeitungs- und Veredlungsverfahren erforscht und Materialien aus oder in Kombination mit Biopolymeren erstellt. Am Ende soll als Empfehlung für die Textilindustrie eine Methode zur Vorhersage des Emissionsrisikos bei Neuentwicklungen textiler Artikel vorgelegt werden.

AP 3 Mikroplastik textilen Ursprungs – Eine ganzheitliche Betrachtung: Optimierte Verfahren und Materialien, Stoffströme und Umweltverhalten

Ansprechpartnerin

Hilke Anna Patzwall, VAUDE Sport GmbH & CO. KG, VAUDE Straße 2, 88069 Tettnang, E-Mail: hilke. patzwall@vaude.com

Kurzbeschreibung

Der Spezialist für Outdoor-Bekleidung VAUDE wird Materialien und Fertigprodukte für die Status-quo-Analyse zur Verfügung stellen und bei der Auswahl weiterer Testmaterialien und -produkte behilflich sein. In Abstimmung mit den Verbundpartnern werden die von der Hochschule Niederrhein neu zu entwickelnden Materialien/ Materialkonstruktionen im hauseigenen Testlabor geprüft. Nach bestandener Performance-Prüfung werden die Materialien dann zu Prototypen konfektioniert. Die während der Verarbeitung in der Konfektion gesammelten Erkenntnisse wiederum werden in den Forschungsverbund rückgespiegelt – hier wird es u.a. um die Verarbeitbarkeit der Materialien auf konventionellen Nähmaschinen gehen.

AP 4 Polyester-Fasern: Reduktion der Mikropartikel-Freisetzung und Stoff- Strom-Analyse in der Umwelt

Ansprechpartner

Prof. Dr. Stefan Stolte, Technische Universität Dresden, Institut für Wasserchemie, Lehrstuhl für Hydrochemie und Wassertechnologie, 01062 Dresden, E-Mail: stefan.stolte@tu-dresden.de

Kurzbeschreibung

An der TU Dresden wird eine Analyse- und Probenvorbereitungsmethode etabliert, die es ermöglicht, Mikropartikel aus Abwasserströmen zu quantifizieren und nach Größe zu fraktionieren. Zudem werden die Forscher die Rückhaltekapazität textiler (fluoreszenzmarkierter) Mikropartikel in den unterschiedlichen Stufen einer Laborkläranlage untersuchen und effiziente Rückhaltestufen identifizieren. Stoffströme werden analysiert und eine erste Abschätzung der deutschlandweiten textilen Mikroplastikfracht aus Abwasser in Gewässer/ Böden vorgenommen. Darüber hinaus wird das biopolymerbasierte Mikroplastik (an der Hochschule Niederrhein aus Waschversuchen mit alternativen Materialien gewonnen) hinsichtlich seiner Umweltstabilität getestet und Designvorschläge abgeleitet.

AP 5 Berücksichtigung von im Bezug zum Projekt stehenden anderen Umweltthemen, Einbindung von Stakeholdern und Kommunikation zum Abschluss des Projektes

Ansprechpartner

Dr. Bernhard Bauske, WWF Deutschland, Kaiserstraße 70, 60329 Frankfurt, E-Mail: bernhard.bauske@ wwf.de

Kurzbeschreibung

Der WWF Deutschland wird im Projektverlauf dafür sorgen, dass auch solche Nachhaltigkeitsaspekte berücksichtigt werden, die nicht unmittelbar mit dem Thema Mikroplastik verknüpft sind. Die Umweltorganisation wird in einer Studie mögliche Spannungsfelder behandeln, die bei alternativen Fasern aus biobasierten Kunststoffen und aus Holz entstehen können. Beispiel: Anbau von Textilrohstoffen vs. Anbau von Nahrungsmitteln. Eine weitere Studie wird sich der Retention von textilen Mikrofaserpartikeln durch verschiedene Reinigungsstufen in Kläranlagen widmen. Gleichzeitig möchte der WWF wichtige Stakeholder von NGOs, Verbraucherverbänden und der Wissenschaft in das Vorhaben einbinden.

Assoziierte Partner und ihre Beiträge:

adidas AG wird Materialien und Fertigprodukte für die Status-quo-Analyse zur Verfügung stellen und bei der Auswahl weiterer Testmaterialien und -produkte behilflich sein. Der Sportartikelhersteller wird die an der Hochschule Niederrhein neu entwickelten Materialien auf allgemeine Marktfähigkeit untersuchen und sich an der Herstellung und dem Test von Prototypen beteiligen. Das Unternehmen wird darüber hinaus den BSI im Rahmen der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit unterstützen.

Henkel AG & Co. KGaA berät die Hochschule Niederrhein beim Aufbau des Prüfstandes. Zudem wird das Unternehmen die Haushaltswäsche- und Tragetests unterstützen, indem es seine Expertise über typische Wasch- und Trockenparameter im Haushalt einbringt.

Miele & Cie. KG wird der Hochschule Niederrhein für den Projektverlauf vier Haushaltswaschmaschinen zur Verfügung stellen. In Kooperation mit Henkel AG & Co. KGaA wird der Waschmaschinenhersteller die Haushaltwäschetests begleiten und durch seine Expertise bei der Modifikation der Waschverfahren unterstützen.

Polartec LLC: Der weltgrößte Fleece-Produzent Polartec LLC wird das Projekt mit seiner Fachexpertise zur Fleece-Herstellung unterstützen und marktübliche Vergleichsprodukte zur Verfügung stellen. Außerdem werden in den Polartec-Produktionsstätten von der Hochschule Niederrhein entwickelte Materialien auf Skalierbarkeit getestet und Stoffe für die Prototypenherstellung produziert.

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