Die Aktion

Alle Wasserwege führen ins Meer

Schulklassen und Jugendgruppen erforschen den Plastikmüll an deutschen Flüssen

Alles, was in Bächen, Flüssen und Strömen landet, kann mit dem Wasser in die Meere und Ozeane geschwemmt werden. Plastikmüll zum Beispiel. Dort gefährdet er Tiere und gelangt in die marine Nahrungskette. Das Vorkommen von Plastikmüll in und an deutschen Fließgewässern ist jedoch vielerorts noch unerforscht. Die Citizen-Science-Aktion „Plastikpiraten – Das Meer beginnt hier!“ für Jugendliche zwischen 10 und 16 Jahren trägt dazu bei, diese Lücke zu schließen.

Nach fünf Aktionszeiträumen seit 2016 sind Jugendliche zwischen 10 und 16 Jahren als „Plastikpiraten“ auch 2020 wieder dazu aufgerufen, die Wissenschaft zu unterstützen und auf Expedition zu gehen. Der nächste Probenahmezeitraum findet vom 1. Mai bis 30. Juni 2020 statt.

Plastikpiraten untersuchen Plastikbelastung

Daten sammeln für die Wissenschaft

In Projektgruppen erheben Jugendliche bei der Aktion „Plastikpiraten“ bundesweit Daten zu Kunststoffvorkommen an und in deutschen Fließgewässern. Dabei gehen sie folgenden Fragen nach: Wie viel und welcher Plastikmüll lässt sich dort finden? Wo sammelt sich besonders viel Müll? Und welche Rolle spielt die Fließgeschwindigkeit dabei?

Mit wissenschaftlichen Methoden wird Makroplastik wie zerrissene Tüten, weggeworfene Plastikflaschen oder verknotete Angelschnüre und Mikroplastik, kaum wahrnehmbare Kleinstpartikel, gesucht, gezählt und dokumentiert. Die bisherigen Ergebnisse lassen sich auf einer digitalen Deutschlandkarte einsehen.

Außerdem arbeitet die Kieler Forschungswerkstatt mit den gewonnenen Daten weiter. Dort wird zum Beispiel analysiert, welche Flussabschnitte besonders stark mit Plastik verschmutzt sind und wie sich die Belastung von der Quelle bis zur Mündung eines Flusses entwickelt. Daraus lassen sich wirksame Schutzmaßnahmen ableiten, die Flüssen, Meeren und letztlich uns selbst zugutekommen.

Die Aktion „Plastikpiraten – Das Meer beginnt hier!“ ist eine Citizen-Science-Aktion des Bundesministeriums für Bildung und Forschung im Rahmen des Forschungsschwerpunktes „Plastik in der Umwelt“ und trägt zur Forschung über die Verbreitung von Makro- und Mikroplastik an und in deutschen Flüssen bei. Bei Citizen-Science-Projekten können sich an Wissenschaft interessierte Menschen direkt in den Forschungsprozess einbringen. Man spricht daher auch von Bürgerwissenschaften: Wissenschaftlerinnen und Forscher arbeiten mit Bürgerinnen und Bürgern Hand in Hand.

Die Eckdaten der Aktion

Aktionszeitraum: Die nächste Möglichkeit zur Teilnahme besteht im Mai/Juni 2020.

Endtermin zur Datenübermittlung: Bis zum 15. Juli 2020 müssen die Forschungsdaten aus dem Aktionszeitraum im Mai und Juni 2020 eingegeben werden.

Auf unserer Facebook-Seite veröffentlichen wir regelmäßig aktuelle Informationen zur Aktion und zum Stand der Ergebnisauswertung.

Eine kompakte Übersicht zur Aktion für Lehrkräfte/Gruppenleitungen und Jugendliche bietet dieser Flyer:
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